Risikogruppen

Die alte Weisheit, dass man den ökonomischen Status eines Menschen an seinen Zähnen ablesen kann, trifft leider nicht selten nach wie vor zu. Überproportional häufig leiden in Deutschland ökonomisch Schwache, Migranten, Senioren und Menschen mit Behinderungen an schlechter Zahn- und Mundgesundheit. Das liegt zum einen an mangelnder Aufklärung und fehlendem Bewusstsein, zum anderen an sozialen Hürden wie Sprachbarrieren und eingeschränkter Mobilität.

Dies zeigt: Zahn- und Mundgesundheit ist eine Querschnittsaufgabe und muss als solche verstanden werden. Gefragt sind die Gesundheits- und Sozialpolitik ebenso wie die Familien-, Senioren-, Behinderten- und Integrationspolitik. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Politik, Medizin, Wissenschaft und Industrie eng zusammenarbeiten. Ziel muss es sein, einerseits das Bewusstsein in der Bevölkerung für eine bessere Mundhygiene zu erhöhen – und andererseits auch, sie mit konkreten Empfehlungen dazu zu befähigen. Hierzu sind Initiativen notwendig, getestet in Pilotprojekten, die als Vorbild für eine breite Umsetzung dienen können. Auf diese Weise wird Eigenverantwortung gefördert und Chancengleichheit erhöht.